Ein Praktikum als Realitätscheck - nicht als Lebenslauf-Kosmetik
- & meanwhile
- 13. März
- 2 Min. Lesezeit

Ein Praktikum ist mehr als nur ein weiterer Punkt im Lebenslauf. Es ist eine wertvolle Gelegenheit, die Realität eines Berufs kennenzulernen. Im besten Fall bietet es eine Testphase, in der man herausfindet, ob ein bestimmtes Berufsfeld wirklich zu einem passt. Doch dieser Realitätscheck funktioniert nur, wenn PraktikantInnen mit echten Aufgaben und Situationen des Berufs konfrontiert werden - nicht mit eigens erdachten "Praktikantenjobs".
Wenn das Praktikum dazu genutzt wird, um oberflächlich gut klingende Erfahrungen zu sammeln, verliert es seinen eigentlichen Zweck. Es geht nicht darum, sich möglichst eindrucksvoll zu präsentieren, sondern darum, ehrlich herauszufinden, in welche Richtung es beruflich gehen kann und auch, was vielleicht nicht passt.
Ein gutes Praktikum, das sich an der Motivation der Teilnehmenden orientiert und in kurzer Zeit einen echten Einblick in das Berufsbild vermittelt, sollte klar strukturiert und abwechslungsreich sein.
Beispielhafter Ablauf eines Praktikums (1–3 Wochen):
Tag 1: Orientierung & Motivation
Begrüßung, Vorstellung des Teams
Einführung in das Unternehmen und das Berufsbild
Persönliches Gespräch: Warum macht die Person das Praktikum? Welche Erwartungen und Interessen bringt sie mit?
Überblick über den Praktikumsplan
Tag 2–3: Beobachtung & Einarbeitung
Hospitation bei verschiedenen Mitarbeitenden
Begleiten realer Abläufe (z. B. Meetings, Kundengespräche, Planungssitzungen)
Erste kleine Aufgaben unter Anleitung
Tag 4–7: Mitgestaltung
Eigenverantwortliche Aufgaben innerhalb eines klar definierten Rahmens
Möglichkeit, einen kleinen Teilprozess oder ein Mini-Projekt zu übernehmen
Feedback-Schleifen mit Betreuungsperson
Tag 8–10: Vertiefung & Reflexion
Vertiefung eines Bereichs, der die PraktikantIn besonders interessiert
Präsentation von Ergebnissen oder Learnings im Team
Abschlussgespräch: Was war überraschend? Was hat motiviert, was nicht?
Praktikum heißt Alltag erleben – nicht nur zuschauen
Ein gutes Praktikum ist mehr als ein Blick hinter die Kulissen - es ist ein kurzer, aber intensiver Einblick in den tatsächlichen Alltag eines Berufs. Das funktioniert nur, wenn PraktikantInnen nicht mit Sonderaufgaben beschäftigt werden, sondern echte Prozesse miterleben und selbst mitgestalten dürfen.




Kommentare