top of page

Invisible Leaderhip: Die Führung, die niemand sieht

Autorenbild: & meanwhile
& meanwhile
vor 3 Minuten
2 Min. Lesezeit

Wir beobachten in der Arbeitswelt, dass ein Teil dessen, was Führung ausmacht, weniger als Führung wahrgenommen wird, wenn es im Hintergrund geschieht. Und genau diese Formen von Führungsarbeit werden unserer Erfahrung nach häufig von Frauen übernommen. Führung wird in Unternehmen oft über die sichtbaren Momente wahrgenommen: Entscheidungen treffen, Strategien präsentieren, Meetings leiten, Ergebnisse verantworten oder auf einer Bühne stehen. Weniger sichtbar sind Tätigkeiten wie Beziehungen stabilisieren, Konflikte früh erkennen, Menschen entwickeln, Informationen zusammenführen, informell koordinieren, zuhören, Vertrauen schaffen oder dafür sorgen, dass ein Team überhaupt arbeitsfähig bleibt.

The invisible leader: Wer hält eigentlich das Team zusammen?

Eine Mitarbeiterin sorgt dafür, dass neue Kolleginnen und Kollegen integriert werden. Sie vermittelt bei Spannungen, erklärt Zusammenhänge, hält Projekte informell zusammen und wird von anderen regelmäßig um Rat gefragt. Auf dem Organigramm führt sie vielleicht niemanden. Im Alltag tut sie es trotzdem. Wir erkennen Führung besonders leicht, wenn sie formell, hierarchisch und sichtbar stattfindet. Doch möglicherweise findet ein großer Teil guter Führung genau dort statt, wo niemand «Leadership» draufschreibt.

Who gets credit for leading?

Hinzu kommt die Frage nach der Zuschreibung von Erfolg. Sichtbare Entscheidungen lassen sich leicht einer Person zuordnen. Unsichtbare Führungsarbeit wirkt indirekter. Ein Team funktioniert besser. Konflikte eskalieren nicht. Informationen fließen. Neue Mitarbeitende finden schneller Anschluss. Menschen unterstützen sich gegenseitig. Projekte kommen voran. Gerade weil diese Arbeit funktioniert, fällt sie kaum auf. Man sieht das Ergebnis, aber nicht unbedingt die Person, die es ermöglicht hat. Vielleicht gibt es deshalb in Organisationen viel mehr Leader, als unsere Organigramme zeigen. Und vielleicht lautet die entscheidende Frage bei Frauen und Leadership nicht nur: Warum sind Frauen in Führungspositionen weniger sichtbar? Sondern auch: Was, wenn Frauen längst führen, ein Teil ihrer Führung aber schlicht nicht als Führung erkannt wird?


Vielleicht haben Frauen deshalb nicht nur ein Visibility Problem. Vielleicht haben Organisationen ein Recognition Problem. Denn wenn wir Führung vor allem dort erkennen, wo jemand entscheidet, präsentiert und formale Verantwortung trägt, übersehen wir einen Teil der Arbeit, die Teams überhaupt erst leistungsfähig macht.


Invisible Leadership entsteht für uns dort, wo Führungsarbeit geleistet wird, ohne als Führung wahrgenommen zu werden. Frauen könnten davon besonders betroffen sein, weil relationale, koordinierende und unterstützende Formen von Leadership, die sie in unserer Erfahrung häufig übernehmen, organisational weniger sichtbar sind und weniger Status erhalten.

Die wichtige Frage für die Zukunft von Frauen und Leadership lautet deshalb: Welche Formen von Führung sind wir überhaupt bereit zu sehen, anzuerkennen und zu belohnen?

 

Kommentare


bottom of page