Beruf als Abenteuer: Vom Game Master zum Change Maker
- & meanwhile
- 25. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Ein Game Master (bekannt aus Rollenspielen wie Dungeons & Dragons) denkt sich nicht nur Geschichten aus, sondern leitet sie so, dass andere aktiv darin mitwirken können. Er/Sie schafft einen Rahmen, in dem jede*r seine eigene Rolle findet und Entscheidungen Einfluss auf den Verlauf haben.
In der Arbeitswelt lässt sich das übertragen: Führung, Change oder Innovation brauchen Menschen, die eine Vision entwerfen und andere darin mitwirken lassen.
Wer heute Transformation gestaltet, ist vielleicht zukünftig eher Game Master als klassische/r ManagerIn.
Die Vorstellungskraft, die uns als Kinder zum Träumen brachte, ist heute eine Schlüsselkompetenz – auch im Berufsleben. Wer Wandel gestalten will, wird Neues denken, erzählen und erlebbar machen. Dabei lohnt sich ein Blick in die Welt der Rollenspiele – genauer: auf den Game Master. Und die Frage, wie lässt sich das "Story Making" übertragen, auf das was Menschen tun, die in Organisationen Veränderung vorantreiben?
Was macht ein Game Master eigentlich?
In Spielen wie Dungeons & Dragons ist der Game Master der/diejenige, der/die:
eine Welt erschafft,
die Spielregeln kennt und auslegt,
Charaktere zum Leben erweckt,
Herausforderungen entwickelt
und das Abenteuer für andere leitet.
Game Master geben den Rahmen vor – doch die Geschichte entsteht im Zusammenspiel mit den Teilnehmenden. Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Der Verlauf ist nicht vorhersehbar, sondern offen.
Ein Setting schaffen
Bevor eine Geschichte beginnen kann, braucht es ein Setting: eine Welt mit Regeln, Werten, Spannungen. Der Game Master gestaltet dieses Umfeld und macht es erlebbar.
Change Maker im Arbeitsalltag analysieren das bestehende System: Wie "funktioniert" diese Organisation? Welche ungeschriebenen Regeln gibt es? Was sind die dominanten Dynamiken? Daraus entsteht eine Intention für Veränderung.
Charaktere verstehen
In Rollenspielen sind Charaktere keine Statisten. Sie haben eigene Geschichten, Ziele und Konflikte. Der Game Master nimmt sie ernst – und bringt sie ins Spiel.
Auch in Teams im Arbeitsalltag bringt jede*r unterschiedliche Perspektiven, Fähigkeiten und Motivationen mit. Change bedeutet, diese Vielfalt zu nutzen: Wer übernimmt welche Verantwortung? Wer kann welche Aufgabe tragen?
Den Plot entwerfen – mit offenem Ausgang
Ein guter Plot hat Wendepunkte, Herausforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten. Aber er ist nicht durchgetaktet. Der Game Master plant Szenen, keine starren Abläufe.
Auch im Arbeitsalltag verlaufen Change-Prozesse selten linear. Es geht darum, Räume für Entwicklung zu schaffen, Iterationen zu ermöglichen – und die Richtung im Blick zu behalten, auch wenn der Weg sich verändert.
Szenarien denken & Improvisieren können
Was passiert, wenn etwas völlig anders läuft als gedacht? Game Master sind vorbereitet – und zugleich intuitiv. Sie folgen dem, was sich zeigt.
Resilienz und Improvisationsfähigkeit sind entscheidend für Change. Zukunft kann nicht kontrolliert, aber gestaltet werden – mit Mut, Intuition und Anpassungsfähigkeit.
Stimmung erzeugen & Geschichten erzählen
Atmosphäre prägt das Spielerlebnis. Der Game Master nutzt Sprache, Humor, Spannung – um Beteiligung zu fördern.
Change braucht Emotionalität. Kommunikation und Storytelling machen Veränderung spürbar – und lassen Menschen Teil einer größeren Geschichte werden.
Der Game Master zeigt: Es geht weniger darum, alles zu wissen oder zu kontrollieren. Sondern darum, Möglichkeitsräume zu eröffnen. Geschichten zu entwerfen, die andere mitgestalten können. Und Vertrauen zu haben, dass sich das Abenteuer lohnt – auch wenn der Ausgang offen ist.
Change ist ein Abenteuer – kein Excel-Projekt
Veränderung bedeutet, gemeinsam in unbekannte Welten aufzubrechen. Es braucht Menschen, die Rahmen schaffen – und diejenigen, die bereit sind, mitzuwirken.
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